everlean – so machen kontinuierliche Verbesserungen Spaß

Hallo Yannick, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei everlean kurz vor:

Hi, ich bin Yannick und habe everlean vor etwa drei Jahren gegründet. Vor einiger Zeit ist Michael als sehr erfahrener Software-Experte und neuer Geschäftsführer dazu gekommen, er verantwortet mittlerweile das operative Geschäft. Im Hintergrund arbeiten Entwickler, Produktmanager und Vertriebler mit uns am Erfolg von everlean.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startups, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

everlean ermöglicht es die Erfahrung aller Mitarbeiter einfach zu nutzen und so kontinuierlich operative Prozesse zu verbessern. Dadurch sparen unsere Kunden Geld, haben zufriedenere Kunden und motiviertere Mitarbeiter. Unsere Zielgruppe sind hauptsächlich mittelständische Produktions- oder Logistikunternehmen mit einigen hundert bis wenigen Tausend Mitarbeitern. Jedoch haben wir natürlich auch größere Kunden wie z.B. Rhenus mit €5,5 Mrd. Umsatz.

Welches Problem wollt Ihr mit everlean lösen ?

Insbesondere in Zeiten von Corona, in denen Unternehmen unter rückläufigem Umsatz leiden, wird versucht dies durch Reduktion der laufenden Kosten auszugleichen. Oft gehen Unternehmen dabei sogar so weit, sich von ihren Mitarbeitern zu trennen, obwohl diese über einen großen Erfahrungsschatz verfügen und mit ihrem Wissen eigentlich das größte Asset der Unternehmen darstellen. Mit everlean können Unternehmen genau darauf aufbauen und die Erfahrung der Mitarbeiter nutzen um häufig unnötig komplexe Prozesse zu verschlanken, Kosten zu senken und gleichzeitig die Miatrbeiter zu halten. Mit everlean kann jeder Mitarbeiter extrem einfach von überall Hinweise für Prozessverbesserungen oder Incidents einreichen, die dann im Team besprochen und systematisch abgearbeitet werden. Das Prinzip ist in etwa zu vergleichen mit der Asana Suite (Trello, Jira…) mit Fokus auf mittelständische Produktions- und Logistikunternemen.

Wie ist die Idee zu everlean entstanden ?

2015/16 habe ich für eine Unternehmensberatung gearbeitet, die spezialisiert ist auf die Digitalisierung von bisher wenig digitalen Industrien, z.B. Stahlhandel. Dort haben wir viel mit den mittlerweile weit verbreiteten Silicon Valley Startup Methoden gearbeitet (Design Thinking, Lean Startup Ansatz…). Irgendwann kam ein Werksleiter eins großen Industrieunternehmens mit der Idee auf mich zu, die Erfahrung und das Wissen seiner Mitarbeiter besserer nutzbar zu machen. Nach einer erfolgreichen Validierungsphase und dem Bau eines ersten MVP wurde dann everlean gegründet. Natürlich gehört das Industrieunternehmen des Werksleiters bis heute zu unseren größten Kunden.

Wie würdest Du Deiner Großmutter everlean erklären ?

In einer Fabrik hat jeder Mitarbeiter oft eine bestimmte Aufgabe, in der er sehr gut ist, weil er diese schon lange macht. Oft weiß nur der Mitarbeiter wo man bei der Aufgabe bestimmte Dinge noch besser machen kann. Solche Ideen kann er dann in everlean eingeben. Die Ideen werden alle auf einem Bildschirm angezeigt und einmal pro Woche kommt der Mitarbeiter mit seinen Kollegen zusammen und bespricht mit denen wer bis wann helfen kann die Ideen umzusetzen. So freut sich der Mitarbeiter, dass er mit seinen Ideen ernst genommen wird, er seine Aufgabe einfacher umsetzen kann und das Unternehmen für das er arbeitet spart Geld.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Natürlich haben wir unseren Ansatz auf Basis des Feedbacks unserer Nutzer immer weiter iteriert und verbessert. Wir haben viel getestet um es für die Mitarbeiter so simpel wie möglich zu machen das Tool zu bedienen.

Dank Michael haben wir auch die Corona-Zeit gut nutzen können und insbesondere Software-Seitig nochmal einen großen Sprung gemacht. Im letzten halben Jahr sind zahlreiche neue Features und Verbesserungen hinzugekommen, die die Bedienung noch einfacher machen und auch weitere Nutzungsmöglichkeiten erlauben, z.B. Incident-Management, Report von Beinahe Unfällen und verbesserte Workflows und Filter-Möglichkeiten.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir bieten eine klassische SaaS-Lösung an, das heißt unsere Kunden zahlen monatliche Gebühren, dafür dass wir die Software zur Verfügung stellen, diese hosten, warten und verbessern.

Wie genau hat sich everlean seit der Gründung entwickelt ?

Zum Zeitpunkt der Gründung hatten wir eine vage Idee wie wir unseren Kunden helfen können durch Hinweise der Mitarbeiter ihre Prozesse zu verbessern. Schnell haben wir erste Kunden gefunden, die sich über unsere Lösung gefreut haben. Im Laufe der Zeit haben wir die Bedürfnisse unserer Kunden noch deutlich besser verstanden und auch die Zielgruppe etwas enger gefasst und uns hauptsächlich auf Mittelständische Produktions- und Logistikunternehmen fokussiert. Im letzten halben Jahr haben wir aber auch zahlreiche Ideen für weitere Use-Cases entwickelt, die wir jetzt weiter entwickeln und in Kürze neuen Kundengruppen anbieten können. 

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Mittlerweile bedienen wir ein breites Spektrum an Kunden, das geht von einer kleinen Steuerberatungskanzlei mit einem knappen Dutzend Mitarbeitern bis hin zu großen Unternehmen wie Rhenus mit 33.000 Mitarbeitern und über €5Mrd. Umsatz.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Natürlich haben wir unterwegs auch zahlreiche Fehler gemacht, die uns geholfen haben everlean zu verbessern. Ich erinnere mich noch an das erste Meeting mit einem Automotive OEM, der Interesse an everlean hatte. Zu dem Zeitpunkt waren wir quasi noch in der Validierungsphase und haben an unserem MVP gearbeitet. Die Erwartung des OEM war wohl eher ein ausgereiftes System mit dem Feature-Umfang einer SAP Suite präsentiert zu bekommen. Ich habe an dem Tag in eine Menge enttäuschte Gesichter geschaut und gemerkt, dass die Herren in Anzug auf der anderen Seite des Tisches mit einem MVP-Konzept nicht viel anfangen konnten.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Leider ging ich nach dem Meeting ohne neuen Kunden nach Hause, dafür aber mit vielen neuen Ideen für das Produkt. Am Ende ist es wie Reid Hoffman gesagt hat: „If you aren’t embarrassed by the first version of your product, you launched too late”.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

In den nächsten 12 Monaten werden wir weitere Innovationen anbieten können, die verschiedenen verticals zugänglich gemacht werden. Ein weiteres Konzept zur Ideenbewertung ist in Arbeit. Unser Ziel ist es, über den Mittelstand hinaus ganz unterschiedliche Branchen anzusprechen. Vielen Dank für das Interview

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