Fredrik Harkort, Gründer der Online-Nachhilfe cleverly, im Interview

Foto: cleverly

Hallo Fredrik, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei cleverly kurz vor:

Ich bin in der glücklichen Lage, bereits jetzt gemeinsam mit 26 festangestellten Mitarbeiter:innen und über 150 selbstständigen Nachhilfelehrer:innen an der Zukunft der digitalen Nachhilfe arbeiten zu können – dabei sind wir erst Mitte 2021 mit cleverly gestartet.

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Vielleicht möchtest Du uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen? Welches Problem wollt Ihr mit cleverly lösen ?

Mit cleverly sind wir in erster Linie dazu angetreten, Heranwachsenden dabei zu helfen, ihr volles Potenzial zu entfalten – auch über das klassische Schulwissen hinaus. Das klingt etwas ungewöhnlich für einen Online-Nachhilfeanbieter, aber im Kern ist es eben genau das. Heranwachsende sollen mit cleverly drei Kompetenzen entwickeln: Erstens sollen sie herausfinden können, was sie wirklich wollen, zweitens darauf vertrauen, was sie können, und drittens lernen, was sie benötigen, um beruflich später mal das zu machen, was sie wirklich erfüllt.

Dazu setzen wir nicht nur auf klassische Online-Nachhilfe, bei der die Vermittlung von Fachwissen im Fokus steht und die Notenverbesserung zum Ziel hat. Auch ein individuelles Mentoring-Programm gehört zu unserem Angebot. Hier haben die Themen Platz, die genauso auf die Noten einzahlen, im Schulalltag aber oft zu kurz kommen. Ein Beispiel: Eine gute Mathenote hängt nicht nur davon ab, ob du Gleichungen herunterbeten kannst, sondern auch, ob du gelernt hast, wie du sie schneller und nachhaltiger verstehst. Lernen lernen, Glaubenssätze hinterfragen, Prüfungsängste ablegen – darum geht es im Mentoring.

Wie ist die Idee entstanden ?

Mein Co-Founder und ich sind beide Familienväter und standen während der Schulschließungen im ersten Corona-Jahr vor genau derselben Herausforderung, vor der auch unsere Zielgruppe steht: Wir waren auf der Suche nach einer Online-Nachhilfe, die unsere Kinder wirklich weiterbringt – und fanden nichts. Also haben wir vor ziemlich genau einem Jahr angefangen, exakt eine solche Online-Nachhilfe zu bauen, wie wir sie uns selbst für unsere Kinder gewünscht hätten.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Dein Unternehmen erklären ?

Meine Oma ist mit ihren 103 Jahren noch ganz schön fit – und challenged mich sogar hin und wieder. Sie war selbst Vollblutunternehmerin. Insofern kann ich ihr das Unternehmen genauso erklären, wie ich es auch in einem Investor-Pitch tun würde (lacht).

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Das Grundkonzept, also Online-Nachhilfe trifft Mentoring, ist zwar weitestgehend gleichgeblieben, aber abgesehen davon justieren wir stetig nach und verbessern uns. Unsere Mission ist heute klarer als noch vor einem Jahr. Auch der Weg, den wir gehen wollen, um sie zu erreichen, ist geebneter. Und unser Produkt selbst entwickelt sich nahezu täglich weiter. Ich genieße die Phase sehr, in der unser Unternehmen gerade steckt. Denn um ehrlich zu sein, ist genau diese Phase meines Erachtens die aufregendste. Und ich mag Aufregendes.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell genau ?

Das Herzstück sind dabei zweifelsohne unsere festangestellten Mentor:innen: Sie suchen für Eltern und Schüler:innen die richtigen Nachhilfelehrer:innen und sind somit die Schlüsselstelle im Prozess. cleverly ist in erster Linie Schnittstelle. Unser Hero-Product ist allerdings das Mentoring, bei dem die Mentor:innen in 1:1-Sessions intensiv an Themen wie „Lernen lernen“ oder auch „Prüfungsangst“ arbeiten.

Wie genau hat sich cleverly seit der Gründung entwickelt ?

Wir sind als Gründer-Team gestartet und inzwischen, wie eingangs erwähnt, auf eine tolle Teamgröße angewachsen. Außerdem haben wir unser Produkt stetig weiterentwickelt – und tun es immer noch. Die Plattform ist längst aus ihren Kinderschuhen entwachsen. Und natürlich haben wir im Laufe des Jahres enorm viel dazugelernt: Waren wir anfangs noch davon ausgegangen, dass es vor allem die klassische Nachhilfe, also das Vermitteln von Fachwissen, ist, die Familien umtreibt, wissen wir heute: Es geht um so viel mehr. Nämlich ums Lernen fürs Leben. Dass sich in diesem Bereich viel tun muss, steht für uns außer Frage und wird auch von der Bevölkerung so gesehen. Im Zuge unseres Nachhilfereports haben wir das auch repräsentativ erhoben.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Wie oben erklärt: Mit 26 Festangestellten und 150 Selbstständigen sind wir schnell relativ groß geworden. Hinzu kommen hunderte Schüler:innen. Im Leben all dieser Menschen spielt cleverly täglich eine Rolle – das ist schon krass.

Gab es etwas, was rückblickend so richtig schiefgegangen ist ?

Da unser Produkt noch relativ jung und innovativ ist, lernen wir eigentlich täglich dazu – denn die Branche, in der wir uns bewegen, spielt nach ganz eigenen Regeln. Ein Beispiel: Bildung und Nachhilfe unterliegen einer Saisonalität. Das mussten wir kurz nach unserem Launch im Frühsommer erst einmal lernen, starten aber umso gewappneter in den zweiten Sommer. Denn der kommt garantiert.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Als Unternehmer ist mir Qualität schon immer wichtig gewesen, als Vater aber in den sensiblen pädagogischen Fragestellungen umso mehr. Daher bin ich immer wieder von unserem großartigen Team aus Mentor:innen begeistert. Hier sitzen wirklich Expert:innen mit einem unfassbaren pädagogischen Know-how – und ich bin sehr froh, diese kinder- und jugendpsychologische Fachexpertise an Bord zu haben. Auch sonst sind alle Teammitglieder völlig von unserer Mission überzeugt und haben richtig Bock, digitale Nachhilfe neu zu denken. Insofern würde ich grundsätzlich sagen: Bei der Zusammensetzung des cleverly Teams haben wir bisher alles richtig gemacht!

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Seit dem Start im Januar 2021 haben wir insgesamt 4 Millionen Euro eingesammelt. Im Frühjahr 2021 konnten wir eine Pre-Seed-Runde mit tollen Angels closen. Im Herbst folgte dann die Seed-Finanzierungsrunde mit Capnamic Ventures, Zusätzlich waren wieder viele Angels erneut am Start und haben ein zweites Mal investiert. Ein richtig tolles Zeichen!

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Das Ziel ist klar: Wir möchten von Monat zu Monat mehr Kinder und Eltern beim Lernen fürs Leben unterstützen.

Vielen Dank für das Interview.

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