Flexvelop – hilft anderen Unternehmen einfacher, schneller und flexibler zu wachsen

Hallo Hans, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Flexvelop kurz vor:

Moin und herzlichen Dank für Euer Interesse! Mein Team und ich sind etwas anders als „klassische deutsche (Erfolgs-)Gründer“. Wir kommen weder von der WHU oder St.Gallen, noch waren wir vorher bei einer Unternehmensberatung, Rocket oder einem VC angestellt. Unser Gründerteam besteht aus ehemaligen Offizieren aus der Bundeswehr. Während wir hier von der Ausbildung und dem Handwerkszeug sicherlich ähnlich erfahren sind, so fehlte uns beim Start jedoch das Netzwerk in der Szene, um schnell Anschluss (und Investoren) zu finden. Aber vielleicht ist das heute unser größter Vorteil, denn so haben wir uns so effizient wie irgend möglich aufgestellt. Das hat uns nicht nur krisenfest und schlagfertig gemacht, sondern auch sämtliche Kosten derart verringert, dass wir diesen Kostenvorteil an unsere Kunden weitergeben können. Win – Win.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Gerne! Flexvelop ist ein Fintech und verfolgt die Mission, anderen Unternehmen dabei zu helfen, einfacher, schneller und flexibler zu wachsen, indem wir Geräte finanzieren, die zum Umsatz und Wachstum unserer B2B Kunden direkt beitragen. Wir sehen uns somit als Gerätefinanzierer der nächsten Generation – für die nächste Generation und werden heutigen Ansprüchen von Unternehmen jeder Größe endlich gerecht.

Welches Problem wollt Ihr mit Flexvelop lösen ?

Klassische Finanzierungsinstrumente für Neugeräte wie Bankkredite oder Leasingverträge haben sich seit Jahrzehnten nicht weiterentwickelt und fokussieren sich jeher auf die Finanzierung von Fahrzeugen, Maschinen und Anlagen über fixe Laufzeiten hinweg.

Eine Möglichkeit zur Finanzierung von einzelnen Kleingeräten (Geräte < 10.000€) wie bspw. einzelne Laptops, Kaffeemaschinen oder professionelle Reinigungsgeräte gibt es kaum. Zudem ist eine Finanzierung direkt am Point of Sale meist nicht möglich, flexible Laufzeiten sind nicht vorgesehen und Existenzgründer sind ohnehin pauschal ausgeschlossen.
Doch gerade heute kann man sich schon mit nur einem einzelnen Laptop selbstständig machen, oder das eigene Café mit einer hochwertigen Siebträger-Maschine aufwerten. Zudem lässt einen die Flexibilität in der Laufzeit mit der dauerhaften Möglichkeit zum Kauf oder zur Rückgabe der Geräte sorgenfrei wachsen und Liquiditätsengpässe agil vermeiden. Genau hier kommen wir ins Spiel.

Wie ist die Idee zu Flexvelop entstanden ?

Ein Freund von mir hatte eine Pizzeria übernommen und den Umsatz in wenigen Monaten verdoppelt. Dann brauchte er einen größeren Pizzaofen, aber seine Bank und angefragte Leasinggesellschaften haben ihm keine Möglichkeit gegeben, ein solches Gerät zu finanzieren, weil er sein Kreditlimit schon ausgeschöpft hatte und als Existenzgründer zu jung war, um einen Leasingvertrag eingehen zu können. Auf einer Reise in Australien habe ich dann eine Firma kennengelernt, die genau hier Hilfe leistet und Gastronomiegeräte flexibel und auch für Gründer finanziert. Als ich gefragt habe, ob ich das Konzept nach Europa bringen könnte wurde ich vertröstet, dass eine Expansion nach Europa nicht geplant sei. Darauf habe ich mir ein Team gesucht und das Geschäftsmodell neu aufgestellt. Wir haben alle Prozesse digitalisiert, die Konditionen noch sorgenfreier gestaltet und uns branchenweit breiter aufgestellt.

Dass nicht nur die flexiblen Konditionen, sondern insbesondere die Digitalisierung des Geschäftsmodells selbst den enormen Wettbewerbsvorteil erbringen würde war uns ehrlich gesagt damals gar nicht bewusst. Wir wollten es nur für uns selbst so einfach wie möglich haben und möglichst alle Prozesse automatisieren. Die Kostenvorteile und Skalierungsmöglichkeiten, die sich daraus ergeben haben sind heute natürlich unser größtes Asset.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Flexvelop erklären ?

Wir kaufen für Unternehmen neue Geräte, sodass diese keine hohen Anschaffungskosten haben und die Geräte trotzdem direkt nutzen können. Dabei geben wir den Unternehmen die Möglichkeit, die Geräte zurückzugeben oder genau dann zu kaufen, wenn es für sie am besten ist. Da wir die Geräte selbst versichern haben die Kunden hier weniger Aufwand und weniger Sorgen und können sich entspannt auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Unser Konzept ist gleichgeblieben. Wir haben es allerdings kontinuierlich verbessert und bspw. noch den Versicherungsschutz integriert, ohne die Kosten für unsere Kunden zu erhöhen. Wir arbeiten täglich daran, weitere Vorteile zu integrieren und die Kosten für unsere Kunden gleichzeitig zu senken.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir bieten Gerätehändlern die Möglichkeit, ihren Gewerbekunden unsere Gerätefinanzierung als Bezahloption direkt am Point of Sale zu integrieren. Das erweitert die erreichbaren Kundengruppen bei unseren Partnerhändlern und alle Beteiligten haben dank der automatisierten Prozesse unserer Lösung weniger Aufwand im Abschluss eines Vertrages. So kaufen wir für die Gewerbekunden die Geräte, bezahlen direkt den Händler und erhalten von unseren Kunden eine wöchentliche Rate. Unsere Kunden können ihre Laufzeit auf laufender Wochenbasis selbst bestimmen und die Geräte zurückgeben oder kaufen. Je länger die Kunden „flexen“ desto günstiger wird natürlich der Kaufpreis. Beim Kauf erzielen wir dann unsere Marge, da wir einen kleinen Teil des bis dahin gezahlten Wochenraten einbehalten. Gibt der Kunde das Gerät zurück, so verkaufen wir es auf dem Zweitmarkt und erzielen hier eine Marge.

Wie genau hat sich Flexvelop seit der Gründung entwickelt ?

Prächtig J ! Wir haben uns ausreichend Zeit genommen, um eine vollautomatisierte Software aus einem Guss zu bauen und auf die konkreten Anforderungen am Markt zuzuschneiden. Da wir ohne Investoren gewachsen sind war es kein leichter Weg, aber da wir jetzt auch Marktführer als Partnerhändler gewonnen haben, scheinen wir glücklicherweise bisher nicht allzu viele Fehler gemacht zu haben.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Unser Kernteam besteht aus vier Leuten, aber wir erhalten aktive Unterstützung von acht weiteren Flexvelop-Fanatikern, sodass wir stark aufgestellt sind. Wir zahlen nach wie vor noch keine Gehälter, sodass auch nur wirklich überzeugte Teammitglieder am Start sind.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Der größte Rückschlag war auf den ersten Blick der Lockdown durch Covid-19, der die gesamte Gastronomiebranche zum Stillstand gezwungen hat und somit auch unseren Umsatz stark stagniert hat. Aber in jeder Krise liegt ja auch eine Chance, sodass wir daher nun nicht nur im Bereich Office-IT durchstarten, sondern beim Wiederaufleben der Gastro-Szene noch präsenter und relevanter werden helfen können.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Es hilft nur der Blick nach vorne und man sollte insbesondere in guten Zeiten eine „antifragile“ Struktur aufbauen, sodass einen eine Krise im Zweifel sogar stärker macht. (Buchempfehlung: Antifragile von Nassim Taleb)

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Das müssen unsere Kunden sagen. Aber da wir hier bisher ausnahmslos positives Feedback erhalten haben und uns nun auch die großen etablierten Händler als Partner wünschen, scheinen wir mit unserer Lösung zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wir sind bootstrapped und haben nur kleinere Investments aus dem Bereich Friends and Family aufgenommen (Stand März 2021).

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Flexvelop wird in den nächsten 12 Monaten in mindestens drei Branchen aktiv und präsent sein und wir arbeiten an einer noch skalierbareren Schnittstelle speziell für Online-Shops, um Händlern die Möglichkeit zu geben, sich von selbst bei uns anzuschließen.

Vielen Dank für das Interview.

Wir haben ganz herzlich zu danken J Alles Gute und bleibt gesund. Und stets dran denken: Grow smart – flex it 😉 !!!

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