reachtag – bringt Verlorenes wieder zurück

Hallo Benjamin, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei reachtag kurz vor: 

Hallo, ich bin Benjamin Gareis und Teil von reachtag. Mit meinem Co-Founder Ege Aksungur habe ich reachtag vor 2 Jahren an der TU-Berlin mit dem Berliner Startup Stipendium gegründet. Inzwischen sind haben wir ein 1A Team und aus den Räumlichkeiten der TU rausgewachsen, aber mit unserem eigenen Büro immer noch in Sichtweite.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ? 

Gerne. Wir haben mit reachtag eine Lösung gegen den Verlust von Gegenständen erfunden. Mit unseren reachtags ermöglichen wir, dass man immer anonym erreichbar ist. Du kannst z.B. einen reachtag KEY an deinem Schlüsselbund anbringen und falls du deinen Schlüsselbund mal verlieren solltest, kann dich der Finder darüber anrufen – ohne deine Telefonnummer oder persönliche Daten über dich zu haben. 

Das besondere bei reachtag ist, dass es so einfach und vor allem schnell ist. So können wir die negativen Folgen von Verlust effektiv verhindern. Das macht uns zur perfekten Ergänzung zur Versicherung, die Verlust ja nicht verhindert, sondern nur den Gegenstand ersetzt. Die Rennereien, möglicher Datenverlust usw. verhindern wir mit reachtag dagegen auch.

Welches Problem wollt Ihr mit reachtag lösen ?

Wir lösen damit das Problem, dass zwei sich unbekannte Personen miteinander kommunizieren können, ohne auf die persönlichen Daten des jeweils anderen zugreifen zu können. In dem reachtag Usecase kann der Finder den Besitzer sofort kontaktieren, wenn er etwas Verlorengegangenes gefunden hat. 

Mit reachtag machen wir das Fundbüro fast überflüssig, da der Finder den Besitzer direkt und sofort anrufen kann und heben das Problem Verlust so ins 21. Jahrhundert mit 100% Datenschutz.

Wie ist die Idee zu reachtag entstanden ?

Einfach aus der Praxis. Mein Co-Founder und ich haben leider schon öfter etwas verloren, so wie leider fast jeder. Da wir schlicht und einfach keine sinnvolle und erschwingliche Lösung gefunden haben, haben wir überlegt, wie man das Lösen kann. Denn Fundbüros abzuklappern kann heutzutage nun wirklich nicht die Lösung sein. Die Idee haben wir dann einfach weitergedacht und dadurch den reachtag KEY, reachtag THINGS und reachtag PHONE entwickelt. Inzwischen gibt es aber auch reachtag CAR. Das ist nicht gegen Verlust sondern, um auch am Auto anonym erreichbar zu sein.

Wie würdest Du Deiner Großmutter reachtag erklären ?

Liebe Oma, stell dir vor du lässt deine Lesebrille im Restaurant liegen. Wenn du unsere Aufkleber auf dein Brillengestell oder Brillenetui klebst, kann dich der Kellner bzw. Finder darüber anrufen. Dabei erkennst du sofort, dass der Finder anruft, statt eine unbekannte Telefonnummer zu sehen. So ist es für alle sehr einfach und der Kellner ruft dich wahrscheinlich nach wenigen Minuten an wenn er den Tisch abräumt, dann kannst du direkt zurückgehen und deine Brille abholen.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Definitiv, wie gesagt arbeiten wir ja auch schon an anderen digitalen Produkten, die aus dem reachtag Gedanken entstanden sind. Aber genau das ist ja auch das Schöne am Startup – immer weiter entwickeln, bis man einen Produkt Market Fit gefunden hat.  Unser System entwickelt sich auch und Zukunft stetig weiter, um noch besser zu werden.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Für die Erreichbarkeit und Anonymität zahlt man pro Set nicht mal 1€ im Monat. Dafür ist man dann 365 tage 24 Stunden anonym erreichbar und erkennt auch eingehende Anrufe an der reachtag-Nummer sofort.

Wie genau hat sich reachtag seit der Gründung entwickelt ?

Wir haben bei der Technischen Universität Berlin mit dem Berliner Startup Stipendium angefangen. Dort konnten wir unseren ersten MVP bauen, mit dem wir unsere Business Angels überzeugen konnten. Dadurch haben wir etwas Kapital eingesammelt, um neue Leute einzustellen und unser Marketing auszubauen. Das Ziel ist es, mit dem Geld den Product Market Fit zu finden. Natürlich gibt es auch eine Lernkurve, aber wir sind optimistisch das hinzubekommen. Partner wie die Postbank konnten wir ebenfalls bereits gewinnen. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir uns aber definitiv weiterentwickelt und haben ein starkes IT-Team aufgebaut. 

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Wir sind noch ein sehr kleines Startup. Die Umsatzzahlen sind auch noch nicht so groß, aber es entwickelt sich. Und wie so oft, kostet der Aufbau einer Marke und eines digitalen Produktes am Anfang nun mal sehr viel Geld. Wenn Ich und mit dem Stand von vor einem Jahr vergleiche, dann haben wir uns mehr als verdoppelt.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

So richtig schief gegangen ist an sich erst Mal nichts. Wenn man etwas nennen muss, würde ich den Zeitpunkt als nicht so optimal betrachten. Die Corona Pandemie hat uns in der Hinsicht schon echt geschadet, weil wir die Retail Verkäufe nicht so richtig hinbekommen. Aber auch das gehört zu der Lernkurve. Wenn wir heute nochmal von null anfangen würden, dann würde wir schon einiges anders machen, aber auch wir hatten keine Glaskugel die Lockdowns vorhersehen konnte.

Was habt Ihr daraus gelernt ? 

Man muss auch am Anfang, auch wenn es erst mal nicht so wichtig klingt richtige Strukturen aufbauen. Angefangen beim Social Media Marketing, bis hin zur Programmierung und den Meilensteinen. Mit Struktur meine ich jetzt nicht, dass man alles bis zum Ende durchplanen muss, denn es ändert sich sowieso soviel. Aber mit Struktur meine ich, dass jedem klar ist, wer was zu tun hat und das sich einfach bestimmte Zeiten setzt und sagt: Jeden Montag wird Social Media gemacht, jeden Dienstag etwas anders usw.. Je mehr man diese Strukturen hat, umso schneller kommt man voran. Wenn man diese Strukturen nicht hat, dann vergisst man Mal ein Posting zu machen oder die Programmierer machen Dinge, die dann doch nicht so viel Prioritäten haben. 

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Ich denke wir haben beim Team gute Entscheidungen getroffen und gute Business Angels mit an Bord. Wir entwickeln uns in die richtige Richtung – aber ob das alles was wir machen Erfolg hat, wird der Markt am Ende entscheiden. 

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wie gesagt durch Business Angels und unsere eigenen Mittel. Ansonsten war auch das Berliner Startup Stipendium ein entscheidende Starthilfe.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir werden weitere digitale Produkte launchen, im Retail stärker auftreten und mehr Marketing machen. In den nächsten 12 Monaten launchen wir ein neues digitales Produkt und werden die Mitarbeiteranzahl dann hoffentlich verdoppeln.

Vielen Dank für das Interview.

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