PERFACCT aus Potsdam im Interview

Hallo Alexandros, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei PERFACCT kurz vor:

Hi, ich bin Alexandros, einer von drei Gründern der Firma PERFACCT. Wir haben das Unternehmen 2017 nach einjähriger Projektphase als Spin-off der Universität Potsdam gegründet. Ich selbst bin Geschäftsführer des Unternehmens. Die beiden anderen Gründer Tobias und Johannes sind unsere leitenden Entwickler und betreuen die Projekte, die wir derzeit bearbeiten.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startups, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

PERFACCT entwickelt innovative Softwarelösungen für hochspezialisierte Industrie- und Forschungsanwendungen und optimiert komplexen Code für den Einsatz auf HPC-Infrastrukturen. Wir legen viel Wert auf eine persönliche und freundschaftliche Atmosphäre und arbeiten stets in enger Abstimmung miteinander. Dabei sind die Themen sehr abwechslungsreich und kommen aus den unterschiedlichsten technologischen Bereichen. Durch eine relativ agile Arbeitsweise können wir schnell auf Veränderungen in unserem Umfeld reagieren.

Welches Problem wollt Ihr mit PERFACCT lösen ?

Unser Ziel ist es, im Bereich der Codeoptimierung und -beschleunigung neue Maßstäbe zu setzen. Wir wollen Themen der Forschung und Entwicklung vorantreiben und unterstützen mit unserem Know-How Unternehmen und Forschungseinrichtungen, damit diese schnell und effizient präzise Ergebnisse erreichen.

Wie ist die Idee zu PERFACCT entstanden ?

Die Idee zur Gründung entstand durch die Masterarbeit von Johannes. Er hat eine Software entwickelt, die automatisch die Laufzeit von Code beschleunigen kann, indem sie den Code eigenständig an kritischen Stellen optimiert. Die Ergebnisse waren so gut, dass wir die Idee weiterverfolgen mussten! Die Weiterentwicklung wurde dabei auch nachhaltig durch ein EXIST-Gründerstipendium und der Verleihung des Guido-Reeger-Preises unterstützt.

Wie würdest Du Deiner Großmutter PERFACCT erklären ?

Es ist schwierig jemandem eine Tätigkeit zu erklären, die sich erst in den letzten 2 Jahrzehnten so enorm weiterentwickelt hat, wie der Bereich der Informationstechnik. Einfach ausgedrückt helfen wir Firmen, indem wir hochspezialisierte Software für sie entwickeln und ihre bestehende Software und Simulationen beschleunigen und optimieren. Meine Oma ist stets interessiert daran, wie das Wetter am nächsten Tag wird. Um solche Vorhersagen treffen zu können, werden unter Betrachtung vieler Einflussfaktoren Simulationen durchgeführt. Je mehr Faktoren hinzukommen, die das Wetter verändern könnten, desto länger dauert die Berechnung der Simulation. Wir sorgen dafür, dass das Wetter von morgen schon heute bekannt ist und die Berechnung nicht länger als das Eintreten der Wetterlage dauert.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Wir haben im Laufe der vergangen Jahre verschiedenste Projekte betreut. Einer unserer Auftraggeber hat uns parallel in andere Projekte von sich integriert. Dadurch haben wir neue Kompetenzen aufgebaut und wir haben unser Portfolio signifikant erweitern können. Beispielsweise arbeiten wir inzwischen auch im Bereich von neuronalen Netzen und künstlicher Intelligenz sowie in der Robotersteuerung.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Grundsätzlich unterscheiden wir bei uns zwischen der Service-Sparte, in der wir individuelle Software nach Kundenwünschen konzipieren und umsetzen, und der HPC-Sparte, in der wir neben manueller Optimierung auf Projektebene unsere Software kontinuierlich weiterentwickeln. Während die Service-Sparte wohl am besten als übliches Dienstleistungsmodell beschreibbar ist, arbeiten wir im Bereich unserer eigenen Software eng mit Kooperationspartnern zusammen, um eine möglichst praxisnahe und nutzerfreundliche Entwicklung zu garantieren.

Wie genau hat sich PERFACCT seit der Gründung entwickelt ?

Wir haben uns entwickelt von einem Unternehmen welches aus drei Gründern bestand hin zu einem KMU mit durchschnittlich 15 Mitarbeitern und diversen Projekten. Aus jetziger Sicht können wir voller Stolz sagen, dass wir am Markt voll etabliert sind und freuen uns auf zukünftige Projekte und Kooperationen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

So richtig schief gegangen ist zum Glück nichts, das kann für ein kleines Startup dann nämlich schnell das Aus bedeuten. Wir hatten jedoch zu Anfang erhebliche Probleme mit unseren Prozessen. Alles ging ein bisschen drunter und drüber und jeder hatte seine eigene Vorstellung, sich und alles um sich herum zu strukturieren (oder eben nicht).

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Inzwischen haben wir unsere Prozesse stark vereinheitlicht und optimiert. Das hilft ungemein bei Kommunikation und Organisation. Wir schreiben dafür teilweise sogar unsere eigenen Erweiterungen für Gitlab wodurch unsere Softwareentwicklung qualitativ immer besser wird.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir haben einige Kunden gewonnen, mit denen wir eine stabile und faire Zusammenarbeit erreicht haben. Das ist für ein nachhaltiges Wachstum sehr wichtig!

Außerdem legten wir von Anfang an viel Wert auf ein gutes Arbeitsklima und eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit. Unsere Mitarbeiter schätzen sehr, dass wir ein maximales Maß an Flexibilität ermöglichen. Eine gute Work/Life-Balance ist vielen jungen Menschen inzwischen wichtiger als der Bonus am Ende des Jahres.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wir finanzieren uns bislang ausschließlich durch unseren Cashflow! Damit sind wir wohl eine Ausnahme in der Startup-Szene. Ein organisches, langsameres Wachstum hat jedoch auch einige Vorteile – nicht zuletzt lernt man eine Menge im Prozess und vermeidet Fehler, solange sie noch nicht weh tun…

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Aufgrund der Pandemie sind wir grundsätzlich froh, nicht übermäßig betroffen zu sein. Wir legen derzeit Wert auf Stabilität und bereiten parallel neue spannende Projekte vor. Mittelfristig wollen wir unseren Fokus auf High Performance Computing (HPC) und neuronale Netze weiter stärken und suchen daher motivierte Neuzugänge mit Lust auf vielfältige Herausforderungen!

Vielen Dank für das Interview.

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