dm3 protocol stellt sicher, dass Nachrichten privat und sicher von einem Benutzer zum anderen gesendet werden können

Hallo Steffen, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Vielleicht möchtest Du uns Euer dm3 protocol, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Unser Startup widmet sich der Entwicklung des dm3 Protocols, einem innovativen Ansatz im Bereich der dezentralisierten Kommunikation. dm3 steht für Decentralized Messaging for Web3 und zielt darauf ab, die Einschränkungen zentralisierter Messaging-Dienste zu überwinden. Es handelt sich um ein End-to-End verschlüsseltes, Peer-to-Peer-Kommunikationsprotokoll, das web3-technologien nutzt, um sichere und freie Kommunikation ohne zentrale Instanzen über die Grenzen heutiger Daten- und Informations-Silos hinaus zu ermöglichen. Dies ermöglicht eine sichere und private Nachrichtenübermittlung ohne zentrale Dienstleister und gibt den Nutzern die volle Kontrolle über ihre Kommunikation.

Welches Problem wollt Ihr mit dm3 protocol lösen?

Messaging-Dienste, wie wir sie heute kennen, werden von wenigen großen Unternehmen kontrolliert, die den Zugriff auf unsere Kommunikations- und Verbindungsdaten haben. Als geschlossene Systeme binden sie ihre Nutzer an sich, die nur innerhalb dieser Ökosysteme kommunizieren können. Die Betreiber der System haben die Kontrolle und können somit auch die Kommunikation zensieren. dm3 bietet eine dezentralisierte, sichere und private Alternative, die Nutzern die volle Kontrolle über ihre Kommunikation gibt, ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit oder Privatsphäre einzugehen. Durch die Nutzung von Blockchain Technologie ermöglicht dm3 eine freie und interoperable Kommunikation über verschiedene Plattformen hinweg, ohne dass ein zentraler Vermittler benötigt wird.

Wie ist die Idee zu dm3 protocol entstanden ?

Im Web3 haben wir eigentlich schon alles, was für eine sichere und dezentrale Kommunikation erforderlich ist: Schlüssel für sichere Verschlüsselung und Signaturen sowie eine dezentrale Infrastruktur, auf der ein allgemeines, zensursicheres Verzeichnis für Kommunikationsinformationen abgebildet werden kann. Die erste Idee zu dm3 (damals noch ensmail) basierte darauf, dass wir den Besitzer einer ENS-Domain erreichen mussten, was aber nicht gelang. Unser Ansatz sah vor, die vorhandenen Schlüssel und Technologien zu nutzen, um eine sichere Wallet-zu-Wallet-Kommunikation zu etablieren.
Im Laufe der Entwicklung wurde schnell klar, dass sichere Interoperabilität ein noch wichtigeres Thema ist, damit unterschiedliche Lösungen etabliert und an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden können und die Nutzer trotzdem über die grenzen einzelner Lösungen hinaus mit anderen kommunizieren können. Mit dem dm3 Protokoll arbeiten wir an einem offenen, freien Community-Protokoll, welches vorhandene Lösungen verbinden und als Bsis für neue Lösungen dienen kann.

Wie würdest Du Deiner Großmutter dm3 protocol erklären ?

Dm3 ist wie ein Briefkasten für das Internet, der sicherstellt, dass Nachrichten privat und sicher von einem Benutzer zum anderen gesendet werden können, ohne dass jemand anderes sie lesen oder gar verändern kann. Jeder besitzt seinen eigenen Schlüssel, um den Briefkasten zu öffnen und kann dann auch nur die Briefe entnehmen, die an ihn addressiert sind. Für die Zustellung verwendet dm3 verwendet ein digitales Adressbuch mit allen Informationen, die notwendig sind, damit die verschickten Nachrichten nur von dem berechtigten Empfänger gelesen werden können.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Während wir anfangs an einem E-Mail-ähnlichen eigenen Client gearbeitet haben, sind wir nach relativ kurzer Zeit durch das Feedback der Community dazu übergegangen, uns mehr auf das Protokoll und die Interoperabilität zu fokussieren.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell?

Dm3 ist als Non-Profit Community-Projekt angelegt. Das bedeutet, dass die entwickelte Software und Dokumenteationen als Open-Source-Software und Public Good kostenfrei veröffentlicht werden. Jeder kann sie nutzen und in seine Systeme integrieren. Dm3 wird als Public Good von der Community unterstützt (durch Grants) und partizipiert am Wertzuwachs des dm3 Netzwerkes (Ökosystems). Der geplante dm3-Token wird als Governance-Token, zur Incentivierung des Standardisierungsprozesses und der Nutzung von dm3 sowie für viele interessante Funktionen (wie z.B. Spam-Schutz und Vetraulichkeit) eingesetzt werden.

Wie genau hat sich dm3 protocol seit der Gründung entwickelt ?

Das dm3 Projekt wurde als eine der Ideen von corpus.ventures, unserem Venture Studio für Web3-Anwendungen, initiiert und im ersten Jahr vollständig finanziert. Im Juni 2023 wurde es erfolgreich ausgegründet (als GmbH) und befindet sich momentan in der Umwandlung in eine gGmbH. Warum? Weil wir glauben, dass das dm3 Protokoll nur als freie Open-Source-Software und “Public Good” das Ziel erreichen kann, als Grundlage eines Community-Projekts zum Standard für dezentrale web3-basierte Kommunikation zu werden.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Das Team von dm3 besteht derzeit aus 5 Software-Entwicklern und 2 Community- und Kommunikationsspezialisten. Außerdem stehen uns weiterhin Dienste des Venture-Studios corpus für HR, Finanzen, SEO usw. zur Verfügung.

Corpus, unser Venture Studio, hat inzwischen 4 erfolgversprechende Projekte ausgegründet, mit insgesamt über 20 Mitarbeitern.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Richtig schiefgegangen ist nichts, wobei wir natürlich trotzdem auf einige Probleme gestoßen sind.

Die Integration von dm3 in andere Projekte stellt eine riesige Herausforderung dar. Auch wenn wir hier schon einige Erfolge zu verzeichnen haben, bleibt dies nach wie vor die größte Herausforderung.
Die zweite große Herausforderung, die wir mit vielen anderen web3-Projekten teilen, ist die Nutzbarkeit der Produkte. Tolle Technologie wird nicht angewendet, wenn sie unbequem zu nutzen ist.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Aus diesem und anderen Projekten in unserem Venture Studio haben wir gelernt (und wussten es eigentlich schon vorher…), dass es nicht ausreichend ist, ein tolles Produkt und tolle Technologie zu besitzen bzw. zu entwickeln. Genausso wichtig und manchmal noch schwerer ist es, die Community aufzubauen. Daher bauen wir in unserem Venture Sudio bereits ganz zu Beginn darauf, auch die Community zu entwickeln und mitzunehmen. Nur wenn das Feedback und die Ideen der Community bereits frühzeitig entsprechend berücksichtigt werden, lässt sich ein so ambitioniertes Projekt wie dm3 voranbringen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Unser Ansatz, Projekte mit Potenzial im Venture Studio zu analysieren und schnell ein MVP zu bauen, um dessen Potenzial am Mark zu testen, hat sich als sehr erfolgreiche Strategie erwiesen. Nur Projekte, die dieses Potenzial bestätigen, gründen wir aus, mal als kommerzielles Unternehmen in Deutschland, mal in den USA, oder eben auch einmal als Non-Profit – immer so, wie es für das Projekt optimal ist.

Bei dm3 hat sich sehr schnell gezeigt, dass der Bedarf für ein schlankes, web3-basiertes Protokoll mit Fokus auf Interoperabilität genau das ist, was von der Community gesucht wurde. Deshalb fokussieren wir uns darauf.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Die initiale Phase des dm3 Projekts wurde vom Venture Studio finanziert (welches von den Gründern selbst finanziert ist). Dies hat uns die Freiheit verschafft, schnell Prototypen zu bauen und die Anwendungen zu identifizieren, die erfolgversprechend sind. Nach der Ausgründung wurde das Projekt mit Grants aus der Public Goods Community unterstützt, und ein früher Investor hat ebenfalls in das dm3 Netzwerk investiert.
Derzeit bereiten wir eine weitere Runde vor, in der Investoren in das Netzwerk investieren können, und arbeiten an der Token-Ökonomie für das Netzwerk.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Während das Basisprotokoll inzwischen spezifiziert und als Referenzimplementierung umgesetzt wurde, gibt es viele Protokollerweiterungen, an denen wir weiterarbeiten. Besonderer Fokus liegt darauf, das dm3 Protokoll in weiteren Ökosystemen (derzeit vorranging web3) zu integrieren und den Standardisierungsprozess voranzubringen.

Vielen Dank für das Interview.

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