Hallo Hedwig, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei frufree kurz vor:

Hi, ich bin Hedwig, 31 Jahre alt und ich liebe Schokolade. Leider darf ich keine Schokolade essen, denn ich habe Fruktoseintoleranz. Aus dem Grund habe ich vor 3 Jahren gegründet und bin nun erfolgreiche Einzelkämpferin. Ab und zu arbeite ich mit Aushilfen (meine Schwestern) und Freelancern.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startups, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Bei frufree machen wir Süßigkeiten frei von Fruktose, Laktose, Palmfett und Gluten. frufree steht für Freiheit und Genuss. Die Freiheit, trotz Lebensmittelunverträglichkeiten unbeschwert genießen zu können, überall und jederzeit. Bei frufree tragen wir eine große Verantwortung unseren Kunden*innen gegenüber. Viele haben seit Jahren keine Süßigkeiten mehr essen können oder leiden unter mehreren verschiedenen Lebensmittelunverträglichkeiten. Wir berücksichtigen diese verschiedenen Unverträglichkeiten und achten bei unseren Rezepten darauf das Qualität und Gesundheit an gleicher Stelle stehen.

Welches Problem wollt Ihr mit frufree lösen ?

Meine Vision ist es frufree als führende Marke im Bereich „SpecialFoods“ oder „FREIVON“aufzubauen und zu etablieren. frufree soll zur führenden Marke für den Bereich fruktosefrei und laktosefrei werden. Mein Traum ist es, das fruktosefreie Lebensmittel bald überall erhältlich sind. Besonders bei einer so großen Betroffenen Gruppe (Studien belegen das 30 % der Mitteleuropäer FI haben) ist es auch für den stationären Handel wichtig diese Zielgruppe zurück in den Supermarkt zu holen. Fruktosefreie Lebensmittel sollten kein Nischen oder Luxus Produkt sein. Sie sollten einfach überall, einfach konventionell und einfach frufree sein.

Wie ist die Idee zu frufree entstanden ?

Vor 6 Jahren wurde bei mir Fruktoseintoleranz (FI) diagnostiziert, eine weitverbreitete Lebensmittelunverträglichkeit auf Fruchtzucker. Seit der Pubertät plagten mich starke Abdominale schmerzen die teilweise so schlimm waren das ich nicht alleine das Bett verlassen konnte. Mit der Diagnose kam die Befreiung. Fruchtzucker ist in Gemüse, Obst, Zucker, Getränken, Soßen und somit auch in Schokolade enthalten. Ein Leben mit FI heißt auch immer verzichten, doch ich wollte nicht mehr verzichten. Vor allem nicht auf Schokolade! Da es keine fruktosefreien Lebensmittel auf dem Markt gab, die ich mochte, dachte ich: „Dann mache ich es halt selbst!“. Ich habe dann über mehrere Wochen verschiedene Hersteller angerufen bis ich einen fand, der verrückt genug war, meine Rezepte umzusetzen. Und dann ging es einfach los. Wenn ich heute darüber nachdenke, muss ich manchmal schmunzeln wie naiv und leichtfertig in damals die Firma gegründet habe. Ich wollte nie eine Firma gründen und selbstständig sein, ich wollte einfach nur Schokolade.

Wie würdest Du Deiner Großmutter frufree erklären ?

Liebe Omi, endlich können wir wieder zusammen naschen!

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Ja auf jeden Fall. Am Anfang lag der Fokus hauptsächlich auf Schokolade und dem deutschen E-Commerce. Mittlerweile beliefern wir an E-Commerce Partner*innen in Europa und launchen dieses Jahr frufree Kekse und frufree Bonbons. Wir haben tolle Partner*innen mit Globus und real gefunden, die unsere Schokoladen nun auch in einigen Supermärkten führen.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir entwickeln mit ausgewählten Herstellern tolle frufree Rezepte und vertreiben diese in unserem eigenen Onlineshop im Bereich B2C. Unser größtes Geschäft ist aber B2B mit dem stationären Handel sowie dem Onlinehandel.

Wie genau hat sich frufree seit der Gründung entwickelt ?

Frufree war schon immer wie mein Baby. Jeder Gründer kann das gut verstehen. Mit der Zeit wird frufree nun langsam erwachsen. Angefangen hat alles mit 200 Tafeln Schokolade bei mir zuhause und einem kleinen unprofessionellen Onlineshop. Jetzt produzieren wir mehrere Tonnen Schokolade pro Jahr und drehen Beiträge mit „WeltderWunder-TV“. Besonders stolz bin ich darauf das wir es geschafft haben ins Supermarktregal zu kommen. Jetzt sind Anrufe in den verschiedenen Zentralen des stationären Handels bereits Alltag, aber es macht noch genauso viel Spaß!

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Einiges. Und das ist auch gut so. So lange man aus den Fehlern lernt, die man macht und es nicht zu teuer wird, ist es glaube ich keine Schande mal zu scheitern. Eine Herausforderung für meine innere Stärke war allerdings eine Abmahnung über einen Wettbewerbsverstoß Ende letzten Jahres. Es war 3 Tage vor Weihnachten, als ich einen Brief erhielt in dem Stand das es gegen die Europäische Health Claim Verordnung verstößt Produkte fruktosefrei zu kennzeichnen. Nach Absprache mit einem Anwalt mussten alle Artikel umgelabelt werden und ein Rückruf gestartet werden. Ich hatte gerade die ersten Supermärkte beliefert und 6000 Tafeln Schokolade waren auf dem Weg ins Lager. Weihnachten und Sylvester 2019 habe ich also damit verbracht Lieferungen umzuleiten, neune Labels über Nacht zu drucken und Tagelang Schokolade umzulabeln. Im Januar fuhr ich dann los und tauschte in allen Märkten persönlich die Schokoladen aus.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

In erster Linie habe ich daraus gelernt dass es immer eine Lösung gibt und dass ich unglaublich effizient arbeiten kann, wenn ich es muss. Beruhigend war, dass alle Geschäftspartner*innen wirklich positiv reagiert haben und mir viel Freundlichkeit und Verständnis entgegengebracht wurde. Außerdem habe ich mich mit Leidensgenossen*innen zusammengetan und an einer Petition und einen Antrag zur Änderung der Health Claim Verordnung für fruktosefreie Produkte gearbeitet. Diese wird in ein paar Wochen eingereicht.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Ich glaube, man kann gar nicht alles richtig oder alles falsch machen. Mit frufree pflege ich immer eine transparente Kommunikation zu meinen Kunden*innen, die authentisch ist. Ich teile nicht nur tolle Momente, sondern auch Misserfolge. Weiter an frufree zu glauben und zu arbeiten ist in meinen Augen das Wichtigste.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Zum Firmenstart habe ich einen Micro Kredit der IBB erhalten, ansonsten ist frufree eigenfinanziert.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Erst einmal gesund bleiben. Ende 2020 kommt unser Beitrag über fruktosefreie Schokolade bei WeltderWunder raus. Außerdem planen wir 5 neue Produkt Launches und es stehen 2 toller neuer große Unternehmen an der Tür für mehr frufree in mehr Supermärkten.

Vielen Dank für das Interview.

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