Wundercurves – hier gibt es nur große Größen

Hallo Nane, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Wundercurves kurz vor:

Hallo, ich bin Nane und bin Mitgründerin von Wundercurves, einem Online-Marktplatz für Mode in großen Größen. Seit 4 Jahren am Markt, haben wir ein super motiviertes und engagiertes Team aufgebaut, das inmitten des Startup-Epizentrums im SpinLab im grünen Leipzig sitzt.

Ich bin für den Bereich Content & Fashion auf Wundercurves zuständig. Mein Team besteht aus Fest- und Teilzeitangestellten, Werkstudenten & Praktikanten und ist daher sehr durchmischt. Viele Ansichten, Meinungen und Erfahrungswerte kommen zusammen, was eine absolute Bereicherung ist. Mir war es speziell im Hinblick auf Content von Anfang an wichtig, nicht nur Diversität in Bildsprache zu zeigen, sondern auch unterschiedliche Schreibstile, Perspektiven und Geschmäcker zu Wort kommen zu lassen. Die Dynamik und der Workflow ist einzigartig. Es macht einfach Spaß, weil alle für das Thema brennen und etwas verändern wollen.  

Foto: Ann-Christin Scharf/PlusPerfekt

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startups, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Mit Wundercurves bieten wir die beste Auswahl für Mode in mittleren und großen Konfektionsgrößen. Im Unterschied zu anderen Marktplätzen setzen wir neben dem Shop einen großen Fokus auf Beratung und Inspiration. Wir wollen beraten, wenn Frauen sich unsicher fühlen, wollen Mut machen und Grenzen aufbrechen, wollen Vorurteile abbauen und unseren Nutzerinnen zur Seite stehen. Es kann einfach nicht sein, dass die Hälfte der Frauen in Deutschland große Größen trägt, sich das aber weder medial noch im stationären Handel widerspiegelt. Wir zeigen anhand vieler Community Looks, wie schön sich die kurvigen Frauen in Deutschland kleiden und geben so Frauen auch neuen Input, um ihren Stil zu finden, zu verändern oder neu zu unterstreichen.

Das Team besteht aus den Bereichen Tech, Business Development, Marketing, UX, Shop- und Datenmanagement, Kundensupport, Content/Fashion & Social Media sowie Business Administration. Mit unserer jungen dynamische Expterise machen wir Wundercurves zu einem Online-Erlebnis und stellen uns den vielen technischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Uns findet man in der alten Baumwollspinnerei in Leipzig und Teile unseres Teams auch in Augsburg. Nachdem wir am sehr zu empfehlenden Accelerator-Programm des SpinLabs teilgenommen haben, hatten wir viel Glück, weil im zugehörigen SpinOffice eine Fläche frei war, die wir beziehen konnten. Es ist so toll, in einem solchen Umfeld arbeiten zu dürfen: Hier kommen viele Menschen zusammen, die selbst Start-ups haben oder mit ihnen zusammenarbeiten – und bei jedem noch so kleinen Problem findet man in der Regel immer jemanden, der damit schon Erfahrungen gesammelt hat und mit Rat & Tat zur Seite stehen kann.

Welches Problem wollt Ihr mit Wundercurves lösen ?

Mehr als die Hälfte der deutschen Frauen trägt große Größen. Allerdings ist das Shopping-Erlebnis nach wie vor alles andere als zufriedenstellend. Im Stationären Handel werden die großen Größen oft nur in kleiner Auswahl angeboten, weit hinten im Laden versteckt, ganz aus dem Sortiment genommen wie bei H&M oder aber sie sind längst vergriffen. Online war es so, dass man sich entweder von Shop zu Shop und Blog zu Blog klicken musste, um die Auswahl in der eigenen Größe zu finden, oder aber auf größenübergreifenden Shops sich erstmal zu seinem Sonder-Bereich durchklicken musste – Uns war klar, das geht so nicht! Es ist unfair, dass kurvige Frauen nicht das gleiche Shoppingerlebnis bekommen wie Frauen, die die sogenannten Normalgrößen tragen, auch wieder so ein diskriminierender Terminus – Plus Size Größen sind dann nicht normal? Seitdem arbeiten wir kontinuierlich daran, dass kurvige Frauen genau die riesige Auswahl bekommen, die sie verdienen und diese auch schnell, unkompliziert und intuitiv finden und shoppen können.

Wie ist die Idee zu Wundercurves entstanden ?

Auf einer privanten Shoppingtour in Berlin machten meine damalige Mitgründerin Tiffany La und ich die Erfahrung, dass wir mit unseren Größen 44 und 46 schon an unsere Grenzen stießen. Entweder waren unsere Größen vergriffen, nicht im Angebot oder aber in einer viel zu kleinen Auswahl in altbackenen Designs zu finden. Wenn uns das schon so geht, wie geht es dann Frauen mit noch größeren Größen? Auch Online gab es keine Plattform, die das Angebot für große Größen bündelte – Uns war klar, das geht so nicht, da müssen wir etwas verändern!

Wie würdest Du Deiner Großmutter Wundercurves erklären ?

Wundercurves ist wie ein Kaufhaus, in dem es nur große Größen gibt – von ganz vielen unterschiedlichen Anbietern. Das Kaufhaus ist aber online – man geht über das Internet hin, macht seinen Warenkorb voll, bezahlt und bekommt eventuell mehrere Pakete nach Hause geschickt. Wie im Kaufhaus . wenn man in mehreren Läden ist und somit verschiedene Tüten nach Hause trägt. Was so toll daran ist? Egal was Du suchst, durch das riesige Angebot findest Du bestimmt etwas Passendes, was genau zu Dir und Deinen Vorlieben passt.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Wir sind als Affiliate-Plattform gestartet, haben früher also zu unseren Partnershops verlinkt, die Nutzer haben dort gekauft. Mittlerweile haben wir den Übergang zum Marktplatz geschafft und unsere Nutzer können die meisten Produkte direkt bei uns in den Warenkorb legen – und somit all ihre Lieblingsmarken gemeinsam shoppen und das auch noch versandkostenfrei!

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Zunächst erhalten wir von vielen Marken ihre Produktdaten und implementieren diese in unser Angebot und kümmern uns um alle technischen Raffinessen – von der perfekten Ausspielung der Daten, über das reibungslose Verknüpfen mit den Bestands- und Bestellsystemen der Partner bis hin zum Führen der Nutzer zum Angebot, beispielsweise auch durch die Integration in eigens entwickelte Filter, wie Figurtypen. Sobald die Kunden ein interessantes Produkt mögen, können sie es erwerben und wir erhalten eine Provision von den Marken.

Wie genau hat sich Wundercurves seit der Gründung entwickelt ?

Zu Beginn haben wir noch einen WordPress MVP aufgesetzt und mein Mitgründer war damit in der Fußgängerzone unterwegs, um Feedback zu sammeln. Die Idee kam sehr gut an. Mittlerweile können wir eine eigenständige Technologie basierend auf React mit hervorragender Performance vorweisen & die Produkte und Partner werden immer mehr.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Wir sind 29 Mitarbeiter, machen ca. 500 T€ Marktplatz-Umsatz pro Monat und wachsen stetig. Gerade durch die vielen neuen Aufgabengebiete, die sich durch Geschäftsmodell ergeben, sind wir immer wieder an neuen Bewerbern interessiert. Das viele positive Feedback, sei es von unseren Nutzerinnen oder sei es von außerhalb, bestärkt uns.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Im Wesentlichen ist alles gut gegangen 😉 Natürlich klappt nicht immer alles, wie gedacht und geplant, aber das würde ich nicht als “schief laufen” bezeichnen. Fehler sind enorm wichtig, um sich weiterzuentwickeln und auch Hypothesen bestätigen oder verneinen zu können, um darauf aufbauend sich kontinuierlich zu verbessern.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Grundsätzlich habe ich gelernt, dass Kundengespräche, Fokus und das Team alles sind.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wann hat man je alles richtig gemacht? Ich würd sagen: Was wir auf jeden Fall richtig machen, ist unser konstantes und mit Herzblut gefülltes Bestreben, das Einkaufserlebnis für kurvige Frauen immer weiter zu verbessern – Sie soll genau das finden können, was sie sucht – egal ob einen ganz konkreten Look in ihrer Wunschgröße, Tipps zum Betonen oder Kaschieren, Inspirationen anderer kurviger Frauen oder aber auch Wissenswertes rund um die Lebenswelten von kurvigen Menschen – Wir sind immer ansprechbar und stehen im Kurvensupport, wie unser Kundensupport genannt wird, jeder Kundin bei ihrem Anliegen mit Rat und Tat zur Seite.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wir haben 5 Investoren.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Unser größtes Ziel ist es, so viele Partner wie möglich anzubinden und das beste Nutzererlebnis zu schaffen – und unseren Bekanntheitsgrad zu steigern, damit so viele Frauen wie möglich von unserem Shopping-Erlebnis profitieren können.

Vielen Dank für das Interview.

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3 thoughts on “Wundercurves – hier gibt es nur große Größen

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